Lichtwolf Nr. 57 („Der Adel und du“) (E-Book)

Aristokratie und die bessere Gesellschaft vergangener, heutiger und künftiger Tage: Herrschaft, Genealogie, Königswege, Distinktion und Manieren sowie Elephanten, Ökoko und Graf Uxkull.

3,99 

Artikelnummer: LW57E Kategorie: Schlüsselworte: , , , , , , , ,

Beschreibung

Die Beiträge in diesem Heft behandeln unter der Überschrift „Der Adel und du“ zwei Fragen: Ist es wahr und gerecht, den Adel für etwas Besseres zu halten? Und was hieß und heißt Aristokratie als Herrschaft der Besten, Tüchtigsten, Edelsten?

Yellow-Press-Leserinnen nehmen Anteil am skandalträchtigen Leben der Royals Europas. Kinder wiederum träumen sich als Ritter oder Prinzessin. Beides kündet vom Reiz eines Lebens von Sorglosigkeit, Ruhm und Macht qua Geburt. Aber leicht hat es der Adel nie gehabt, stellt Michael Helming bei seiner Meditation über den Königsweg fest.

Bdolf stellt neben seinem Propädeutikum ein A bis Z des Adels zusammen und Marc Hieronimus hat den Begriff in der „Morpho-etymologische Enzyklopädie der deutschen Alltagsprache“ nachgeschlagen.

Durch Adelsgeschlechter ist die Vergangenheit in der Gegenwart präsent. So reicht das vorliegende Heft auch vom alten Adel und seinen politischen, kulturellen sowie ökonomischen Hinterlassenschaften bis zum Neofeudalismus unserer Tage und gar bis in die Zukunft, aus der Bdolf berichtet, wenn er ab über Feudalismus in der Science Fiction schreibt. Eher dünn sieht es mit den Kulturbeiträgen des Adels aus, wie Marc Hieronimus resümiert.

Eliten gab es schon immer wie auch den Drang nach Distinktion. Damit befasst sich die Kinderseite, auf der ebenfalls Kollege Hieronimus eine Zuschrift zum Thema beantwortet. Martin Köhler geht in seiner Kolumne dem Phänomen nach, sich etwas auf Begegnungen mit Berühmtheiten einzubilden.

Der Adel lässt sich definieren als „exklusive, privilegierte Gruppe, die ihren Herrschaftsanspruch familiär tradiert“. Allerdings ist selbst innerhalb eines Landes unklar, wer dazugehört und wer nicht. Jenseits des „Abendlands“ wird es noch komplizierter. Einen Eindruck davon, welche ernste Angelegenheit die spirituelle Ahnenforschung in der muslimischen Welt ist, gibt Osman Hajjar.

Angeblich leben in Deutschland 80.000 Angehörige adliger Familien. Darüber, was die den ganzen Tag treiben, kann man oft nur spekulieren, wie Bdolf es mit einem aristokratischen Hobbyermittler tut.

Hat der Adel noch etwas zu melden? Ist sein Habitus als Relikt auf die Bourgeoisie übergegangen, die ihn ablöste? Mit der Aristokratie-Frage, wer zur Herrschaft geeignet ist und wodurch, befassen sich die übrigen Beiträge. Timotheus Schneidegger betrachtet mit Platon den Verfall der Trump-USA in eine neofeudale Pöbelherrschaft. Bernhard Horwatitsch stellt fest, dass Herrschaft bedeutet, den willigen Untertanen mit einer Erzählung die Lebensangst zu nehmen. Schorsch Hambargen sieht in Bundestagspräsident Norbert Lammert einen Vertreter des heutigen Wissensadels, der sich ungerechtfertigt Schopenhauers bemächtigt. Michael Helming widerspricht direkt im Anschluss und klärt auf, dass der Monarchist Schopenhauer mit einem Rechtsstaat auch hätte leben können.

Der tragbare Gedanke eröffnet den hinteren Heftteil mit Miniaturen zur Lage der Dinge und gleich darauf befasst sich Michael Helming für die Reihe „Viehlosovieh“ mit dem Elephanten. Wolfgang Schröder untersucht, wie sich des Annihilisten Ulrich Horstmann Blick auf Natur und Kultur und mithin den Umweltschutz im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat. Renate von Charlottenburg eröffnet ihren Zyklus „Die vier Jahreszeiten“ passenderweise mit der Monumentalzeichnung des Frühlings und Redaktionspraktikant Filbinger portraitiert in der Reihe „Die unbedeutendsten Denker der Geschichte“ den einsiedlerischen Sprach- und Seelenkundler Asbjørn Rune Skram (1804–1891). Etwas bekannter, doch ein großer Fall für die Rubrik „Lebende & Leichen“ ist Graf Bernhard Uxkull (1899–1918), der trotz seines frühen Selbstmords nachhaltigen Eindruck auf Stefan George machte, wie Stefan Rode beschreibt. Zwischen all diesen schönen Dingen finden sich das Editorial, Aphorismen pro domo et mundo sowie die Rezensionen in unter 800 Zeichen und manche schicke Illustration.