Michael Helming

Leichen treppauf

Vier spannende Portraits einst gerühmter, heute vergessener Schriftsteller: Hanns Heinz Ewers, Kurt Münzer, Alexander Moritz Frey und Hermann Rauschning. Neu durchgesehen und stark erweitert.

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Beschreibung

Ewers? Münzer? Frey? Rauschning? Portraits von vier Autoren, die zu Lebzeiten mehr berüchtigt als berühmt waren, und deren Namen und Werk heute selbst Germanisten nichts mehr sagen:

 

Ein Dichter und kein Prophet

Der Dunkeldichter Hanns Heinz Ewers war sowohl den Nazis wie den Juden in unglücklicher Liebe verbunden, die bei ihm ihren literarischen Niederschlag in morbiden Erzählungen voller Eros und Thanatos fand. Seine phantastischen Geschichten in der Tradition von Poe und Baudelaire bescherten Weimar manchen Grusel, fanden gar in Hitler einen eifrigen Leser, nur um schließlich in den Schutt des zerbombten Berlins einzugehen.

 

Hunter S. Thompson des Kaiserreichs

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lieferte sich der Skandaldichter Kurt Münzer einen Gaunerwettstreit mit Erich Mühsam, um schließlich Ernst Jünger und Hunter S. Thompson vorwegzunehmen: Münzers Werk feiert finstere Orgien von Rauschgift, Sex und Krieg. Sein propagandistischer Eifer rettete Münzer nicht vor dem Prädikat „entartet“ – vor den Nazis in die Schweiz geflohen, geriet der Sonderling in Vergessenheit.

 

Mit Hitler gedient

Alexander Moritz Frey war ein vielseitiger Schriftsteller und zog als solcher schnell die Bewunderung eines österreichischen Gefreiten auf sich, mit dem er an die Westfront des Ersten Weltkriegs geraten war. Dessen Blutmühle schilderte er eindrücklicher als Remarque. Frey veröffentlichte fleißig expressionistische bis realistische Prosa, verweigerte sich den Bemühungen der Nazis um ihn und ist dennoch in heutigen Kriegszeiten kaum jemandem noch ein Begriff.

 

Vom Weltenlauf überrollt und mitgeschleift

Ein Westpreuße mit einer Schwäche für Volksliedgut provozierte Polen und schaffte es bis auf den Posten des Danziger Staatspräsidenten. Doch Hermann Rauschning stürzte bald über Händel innerhalb der NSDAP, der es nicht um bloßen Nationalismus ging. Die fruchtlosen diplomatischen Reisen des Exilanten durch das unbesetzte Europa führten ihn schließlich in die USA, wo sich Rauschning Hitler-Interviews ausdachte und gänzlich einem desillusionierten Nihilismus ergab.

 

Leichen treppauf

Die Darstellung einst bedeutender, heute vergessener Schriftsteller und ihrer Werke – aus der Lichtwolf-Reihe „Lebende & Leichen“, neu durchgesehen und stark erweitert in einem Band.

Michael Helming schreibt sich als Leser durch Leben und Werk von vier Autoren, deren einstiger Ruhm unter literaturgeschichtlichem Geröll des 20. Jahrhunderts begraben liegt. Portraits von Hanns Heinz Ewers (1871-1943), Kurt Münzer (1879-1944), Alexander Moritz Frey (1881-1957) und Hermann Rauschning (1887-1982) entstanden im Kreuz- und Querlesen ihrer längst vergessenen Werke. Sie machen Lust, diese zu Recht gefeierten Bestseller wiederzuentdecken.

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