Lichtwolf Nr. 73 („unterirdisch“) (E-Book)

Ganz und gar unoberflächliche Erkundungen in Höhlen und Tunneln und über die seltsamen Bewohner des Unterirdischen und des Underground, außerdem der Sinn des Lebens und Kängurus.

3,99 

Beschreibung

Im übertragenen und buchstäblichen Sinne unter die Oberfläche geht dieses Heft, dessen Auftakt Michael Helming macht, indem er natürliche und künstliche Architekturen menschlicher Jenseitsvorstellungen begutachtet, ehe Georg Frost – von dem auch die graphische „Untersicht“ zum Thema stammt – Sisyphos unter die Erde begleitet. Von dort aus kommt manches Lebewesen auf den Teller, wie Martin Köhler in seiner Kolumne beschreibt, und wem da noch nicht der Appetit vergangen ist, wendet sich an Filbingers Bericht über Nematoden; die unterirdische Fisch- und Fleischalternative sind Pilze, mit deren Her- und Zukunft sich Marc Hieronimus befasst. Keine Myzelien, sondern Rhizome stehen im Zentrum des Denkens von Deleuze und Guattari, mit dem uns Sarah Maria Lenk vertraut macht.

Mit der Tiefenpsychologie des deutschen Tunnelfimmels beschäftigt sich Schneidegger und Osman Hajjar führt in die muslimische Unterwelt und Rechtsprechung ein. Moskaus Underground bereist Ewgeniy Kasakow mit der Metro und stellt uns die seltsamen Kulturgewächse vor, die man dort einst fand. Bdolf blickt auf das Unterirdische als utopische Folie der Science-Fiction, während dessen Rolle im Verschwörungsglauben von Georg Frost untersucht wird. Unter der Erde liegt nämlich das dunkle Geheimnis, über dessen paradoxe Rolle in der Wissensgesellschaft Bernhard Horwatitsch nachdenkt, ehe Jan Freyn erklärt, was ein Grubenhund mit Bergbau und Tagespresse zu tun hat. Zwischendurch gibt es sowohl Bdolfs Prolegomena zum Thema als auch die von Frank Stückemann besorgte Übersetzung eines Weinkellergedichts von Théodor Hannon.

Den hinteren Heftteil eröffnen die tragbaren Gedanken, Aphorismen pro domo et mundo sowie die Kurzrezensionen aktueller und älterer Bücher in 800 Zeichen. Anschließend setzt sich Elisa Nowak mit der Frage nach dem Sinn des Lebens aus marxistischer Perspektive auseinander, ehe Siebo M.H. Janssen in der neuen Reihe „Fremde Heere Rechts“ die Zeitschriften der Neuen Rechten liest, damit wir es nicht tun müssen. Hieronimus und Horwatitsch stellen in der Archäontologischen Warenkunde das Aluminium und die Trachealkanüle vor. Simon Preker portraitiert das Känguru als Viehlosovieh, dann kommen die Reddit-Fragen und auf der Rückseite des Hefts prangt ein zeitgenössisches Gemälde von Patrick McGrath Muñiz.