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Hausorthographie des catware.net Verlags

Aus dem Lektorat:

Die im Folgenden vorgestellten orthographischen Richtlinien gelten für alle Publikationen und die Korrespondenz des catware.net Verlags.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Abweichend von der Hausorthographie können Autoren im Lichtwolf auch für die alte deutsche Rechtschreibung optieren.

 

Grundprinzip: Reformiert + alte Schule + Eigenwilligkeit

Diese Hausorthographie folgt im Prinzip der reformierten deutschen Rechtschreibung (Stand: März 2006). Insbesondere den Klarstellungen zur Schreibweise nach kurzen/langen Vokalen („Kuss“ und „Gruß“) sowie zu abgeleiteten Adjektiven („aufwändig“ von „Aufwand“, „überschwänglich“ von „Überschwang“) wird durchweg gefolgt.

 

Sind mehrere Schreibvarianten gültig, so wird den Empfehlungen der Duden-Redaktion gefolgt, sofern hausintern keine abweichende Regelung besteht.

 

Kommasetzung

Infinitivphrasen werden stets mit Komma abgetrennt, jedoch erst ab einer Länge von mehr als zwei Wörtern, außer bei substantiviertem Gebrauch der Infinitivphrase oder wenn ansonsten eine mehrdeutige Lesart entstehen würde.

Beispiele:

„Ich konnte mich nicht entscheiden zu warten.“

„Ich konnte mich nicht entscheiden, auf sie zu warten.“

„Es war mir zu blöd auf sie zu warten.“

 

Groß- und Kleinschreibung

Bei Groß- und Kleinschreibung wird in Zweifelsfällen immer die Kleinschreibung bevorzugt.

Indefinitivpronomina werden wie „dieser“ und „jener“ kleingeschrieben, sofern sie keine besondere Betonung enthalten.

„Das ganze war mir zu blöd.“ Aber: „Das Ganze ist das Wahre.“

„Der eine oder andere hat es gehört.“ Aber: „Sie war die Eine für ihn.“

„Was ersteren über letzteren belehrte.“ Aber: „Er wurde Letzter, sie wurde Erste.“

 

Zusammen- und Getrenntschreibung

Wörter werden zusammengeschrieben, wenn der semantische Bezug stark genug ist und die getrennte Schreibweise eine andere Bedeutung hat.

„Der sogenannte Kaiser…“ „Er hat ihn immer so genannt.“

„Der selbsternannte Kaiser…“ „Dazu hat er sich selbst ernannt.“

„Anderslautende Gerüchte…“

 

„Er konnte ihm nur recht geben.“

„recht bekommen/haben“ wird klein- und getrenntgeschrieben zur Abgrenzung von „das Recht“: „Sie wollen das Recht haben, mir Vorschriften zu machen?“

 

„Ihm war bang zu Mute, doch ihr zuliebe ging er mit.“

 

Schreibweisen im Zusammenhang mit „einander“

Wortverbindungen mit „einander“ werden zusammengeschrieben, wenn sie adverbial verwendet werden. In allen anderen Fällen gilt Getrenntschreibung.

Beispiele:

„Er brachte alles durcheinander.“

„Er und sie wurden durch einander berühmt.“

„Sie wollten miteinander essen gehen.“

„Sie hatten Geduld mit einander.“

„Sie sorgten füreinander.“

„Die Leidenschaft für einander wuchs.“

Fremdwörter

Von der amtlichen Rechtschreibung wird insbesondere bei Fremdwörtern abgewichen, deren ursprüngliche Schreibweise möglichst genau beibehalten wird. Dies gilt insbesondere für Wörter griechischer oder französischer Herkunft.

 

Griechische Fremdwörter

Der griechische Buchstabe Phi wird nicht wie üblich als f, sondern weiterhin als ph geschrieben.

Beispiele:

„Photo(graphie)“ (statt „Foto(grafie)“)

„Telephon“ (statt „Telefon“)

„Autobiographie“ (statt „Autobiografie“)

 

Lateinische Fremdwörter

Die Umwandlung von nt zu nz bei Fremdwörtern, die von lateinischen Substantiven und Partizipien abstammen, wird abgelehnt.

Beispiele:

„Potential“ (statt „Potenzial“)

„essentiell“ (statt „essenziell“)

„prätentiös“ (statt „prätenziös“)

„Existentialismus“ (statt „Existenzialismus“)

aber weiterhin: „Indizes“, „Kodizes“, „Zirkus“, „Prozedere“

 

Französische Fremdwörter

Fremdwörter aus dem Französischen, deren Sinn oder Aussprache mit der üblichen deutschen Rechtschreibung nicht wiedergegeben werden kann, behalten ihre französische Schreibweise (auch in Erweiterungsformen) bei.

Beispiele:

„Portrait“ (statt „Porträt“) sowie: „portraitieren“

„Debut“ (statt „Debüt“) sowie: „debutieren“

„Portemonnaie“ (statt „Portmonee“)

aber weiterhin: „Affäre“, „Fisimatenten“

 

Ethische und ästhetische Rechtschreibung

Manche hausinternen Regeln dienen nicht nur der Vereinheitlichung, sondern haben auch einen ethischen oder gar politischen Zweck. So wird die „BILD“ in Großbuchstaben und stets ohne das Epitheton „Zeitung“ geschrieben.

 

Floskeln, Phrasen und gedankenloser Wortstuck werden – sofern sie nicht absichtlich verwendet werden (zur Parodie oder aus metrischen Gründen) – immer gestrichen:

„ein Stück weit“, „IMHO“, „wohl / vielleicht / ziemlich“, „Wobei: “

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